Mittwoch, 27. November 2013

Auch in Indonesien werden Fahrzuge geprüft

Meine Lieben,

auch in Indonesien muss abgesehen davon, dass jährlich die Fahrzeugsteuer entrichtet werden muss, auch der Fahrzeugschein alle 5 Jahre verlängert werden. Dafür muss man das Fahrzeug beim entsprechenden Amt vorzeigen und das Fahrzeug wird geprüft. Stichtag für meine liebste 'nachtblaue' Vespa war der 22. November 2013. Daher musste sie nach Klaten.
Was hätte ich nur ohne den lieben jüngeren Bruder meines Schwagers getan, der wiederum einen wunderbaren Freund hat. So haben die Beiden zweimal den Weg von Klaten nach Yogyakarta auf sich genommen, um die Vespa abzuholen (einfache Strecke ca. 1,5 Stunden). Denn beim ersten Mal regnete es in Strömen, so dass die kleine Vespa nicht fahren wollte. Beim zweiten Anlauf hat es geklappt. Heute habe ich sie nun wiederbekommen.
Die Zwischenzeit konnte ich mit den Motorrädern von lieben FreundInnen und ein paar Tagen in Jakarta überbrücken.

Beim Service war die kleine nachtblaue Vespa übrigens auch schon.

Vespa beim Service
 Und wie man auf dem Foto sehen kann, gibt es hier noch mehr Oldtimer ...

Honda

Liebste Grüße


Eure Issali Lisa



Freitag, 15. November 2013

Es wird Zeit zu antworten ...

Liebe Conny,

Du hast mich schon vor über einem Monat gefragt, was ein sehr einfaches und alltägliches Essen für mich sein wird.
Und ich habe Dein Kommentar so lange unbeantwortet gelassen. Da ich mir dachte, dass eine Antwort ohne Fotos ja irgendwie langweilig ist :)
Einige von Euch haben indonesisches Essen ja bereits in Halle(Saale), Leipzig oder Wolfratshausen kennengelernt.


Reis gehört zu jeder Mahlzeit

Ein Essen ohne Reis ist in Indonesien keine Mahlzeit. Man ist morgens, mittags und abends deftig. Das heißt Reis mit Gemüse und Tofu oder Tempe oder Ei oder Fleisch oder Fisch. Sonst ist es keine vollständige Mahlzeit.

im Seafood-Restaurant

Soto - die Suppe, welche den meisten bereits bekannt ist - ist ein typisches Frühstück und wird i.d.R. nur bis mittags oder nachmittags verkauft. Nasi Goreng oder Bakmi Goreng kennt ihr ja auch (nasi = Reis, bakmi = Nudeln, goreng = gebraten). Im Moment koche ich mir z.B. gerade Nasi Goreng, weil es regnet und ich deshalb nicht mit der Vespa fahren will.
Für Indonesier/innen ist es unverständlich, dass Europäer von Toastbrot oder Müsli satt werden. Aber vielleicht haben sie ja auch Recht und als Europäer greift man schneller zur nächsten Zwischenmahlzeit. Allerdings kenne ich auch einige Indonesier/innen, die das Frühstück auslassen.

Mangobaum im Garten

Heute nach der Uni hatte ich Hunger. Da habe ich mir einfach eine reife Mango vom Baum aus dem Garten gepflückt. Denn die Mangozeit hat begonnen. Falls es jemanden interessiert, könnte ich im Laufe der Mangozeit Fotos machen und am Ende einen Post erstellen über die verschiedenen Mangosorten. Mangos sind hier nämlich so zahlreich wie Apfelsorten in Deutschland. Bei Interesse einfach kommentieren, dann weiß ich Bescheid. Ihr müsst Euch nur beeilen. Denn am Preis der Mangos - der in der letzten Zeit rapide gesunken ist - merkt man, dass die mussim manga (Mangozeit) gerade ihren Höhepunkt erreicht ;)

In der Nähe von der Uni gibt es auch ein paar 'kelapa muda Warungs' (junge Kokosnuss). Nachdem Mbak D mir einen empfohlen hat, schaue ich da so ungefähr einmal alle zwei Wochen vorbei ;) Als ich als Kind meine erste Kelapa Muda getrunken habe war ich vom Geschmack ziemlich irritiert. Mittlerweile liebe ich den Geschmack. Indonesier/innen können sich gar nicht vorstellen, dass man in Deutschland 'kelapa tua' (alte Kokosnuss) isst. Diese wird hier nur zum Kochen verwendet.

Kokosnussbaum

 
Eine meiner Lieblingsobstsorten, für die es zum Glück keine 'mussim' (Saison) gibt, heißt 'Salak'. Die Schale sieht nicht nur so aus, sie fühlt sich auch so an wie Schuppen. Entsprechend muss man manchmal doch ein wenig aufpassen, dass man sich nicht pieckst. Wie sie schmeckt? Komm nach Indonesien und probier sie.

Salak


Papaya und Banane gehören in Indonesien zu den günstigeren Obstsorten.
Papayabaum

Bananenbaum


Aus Nangka wird das für Yogyakarta typische Gericht 'Gudeg' gekocht. Auf ein Foto von Gudeg müsst ihr allerdings noch warten ... Aber einen Teil des Baumes und der Früchte könnt ihr hier sehen.
Nangka-Baum

Nangka-Baum

Wenn man was besonderes essen will, so kann man abends z.B. zu Sop Merah (sop = Suppe, merah = rot) gehen. Hier kann man schon mal ein bis zwei Stunden auf seine Suppe warten.
sie fangen tatsächlich bei der Zahl 1 an - und es hört nicht bei 28 auf ;)
sop merah nicht ganz so scharf ;)

Kapan-kapan makan bersama ya? Wann essen wir wieder zusammen?
Eure Issali Lisa

Samstag, 9. November 2013

Typisches Essen aus Wonosari

Meine Lieben,

heute früh durfte ich die unterschiedlichsten Speisen kosten: 'Lopis', 'Ketan Merah dan Cetil' und 'Getuk'. Dieses typische Essen aus Wonosari gibt es hier in Yogyakarta nur auf dem Markt zu kaufen. Es ist im Bananenblatt eingepackt, was wohl die hygienischste und umweltfreundlichste Verpackung ist.

 'Lopis' besteht aus Reis, tepung beras (Reismehl), kelapa tua (Kokosnuss) und gula jawa  (Palmzucker).
LOPIS

 'Ketan Merah dan Cetil' besteht aus rotem Klebreis, kelapa tua und gula jawa (hier noch in der Tüte).
KETAN MERAH dan CETIL

 'Getuk' ist aus Singkong (Cassava), gula jawa und gelapa tua.
GETUK
Bon appetit
Eure Issali Lisa

Sonntag, 3. November 2013

Pasar

Meine Lieben,

heute Morgen war ich das erste Mal auf dem Markt und habe fleißig geshopped ;)
Habe Auberginen, Tomaten, Frühlingszwiebeln, Kankung, Jambu, Erdnüsse, Eier, Rinderhack, kelapa tua (Kokosnuss wie wir sie in Deutschland kennen) und das beste Tempe der Welt gekauft. Jetzt muss ich nur noch kochen ;)

Liebste Grüße aus Jogja
issali

meine Einkäufe

Samstag, 26. Oktober 2013

Vespa ohne Spiegel

Liebstes Schwesterherz, lieber Schwager,

ich muss Euch etwas beichten. Gestern auf dem Weg ins Meliã ist der Spiegel der Vespa runtergefallen. Ich habe ihn vor den nachfolgenden Autos und Motorrädern nicht retten können. Das sind die Überbleibsel ... Sorry.

von hinten
von vorne

Ich werde die Vespa nächste Woche zum Service bringen, da sie sich morgens oder nach langem Stehen immer schwer starten lässt und mir nun schon von mehreren Seiten gesagt wurde, dass sie unbedingt zum Service muss. Ich persönlich finde, dass ich das Starten ganz gut hinbekomme - gut mit Kamprets Vespa, die sich bereits beim zweiten Versuch starten lässt, kann ich nicht mithalten. Wenn sich die Vespa nicht gleich starten lässt und Männer in der Nähe sind, die unbedingt helfen wollen, tut mir unsere kleine Vespa manchmal ein wenig leid. Denn die Herrschaften sind immer ziemlich verbissen und schnell grob zu unserer kleinen Vespa.

Letzte Woche Sonntag ist der Kupplungszug unterwegs zu 'Sambel Mentah' (Warung) gerissen. Zum Glück war ich nicht allein unterwegs und A, der immer seine Werkzeugtasche dabei hat, war auch mit. Er hätte sogar einen neuen Kupplungszug mitgehabt. Dieser war jedoch zu kurz. Deshalb hat er den alten provisorisch mit zwei Knoten repariert und somit die Kupplung wieder in Funktion gebracht. Möchte mir auch eine kleine Werkzeugansammlung und die wichtigsten Ersatzteile anschaffen - im Sattelfach ist ja Platz ;) Mittlerweile kann ich den Kupplungszug auch schon alleine austauschen (funktioniert wie die Bremse beim Fahrrad) - nur mit der Einstellung haperts. Den Kupplungszug habe ich daher heute in der Werkstatt einstellen lassen.

A's selbstgebautes Motorrad
Manch einer fragt sich nun vielleicht, was das Meliã ist. M. hat mir vom Meliã erzählt und nach längeren Startschwierigkeiten hat es am 10.10.2013 dann doch geklappt. Ich bin mitgegangen und seitdem bin ich stolze Besitzerin einer Member Card des Wellness at Meliã Purosani. Das heißt ich kann das Schwimmbad und den Fitnessbereich inkl. Sauna nutzen. Und ja, trotz der 33° war ich auch schon in der Sauna. Denn wenn ich abends schwimmen gehe, ist der Körper doch etwas ausgekühlt - man glaubt es kaum.
Jetzt benötige ich nur noch Lauf-/Sportschuhe. Denn meine Tennisschuhe, die ich von Deutschland mitnehmen wollte, hatten leider im Koffer keinen Platz mehr und den ersten Versuch auf dem Laufband strumpfsockig 30 Minuten zu laufen hat mir mein linker Fuß lange nicht verziehen.
Und so sieht der Schwimmbadbereich im Meliã aus:

Meliã Purosani
Meliã Purosani
Meliã Purosani



Montag, 21. Oktober 2013

Der Herbst // Fall

Finally fall came over night and is coloring the leaves around. Littla A. is excited and takes us on long walks every day. She really doesn't want to stay inside when there are so many things happen outside!
//
Der Herbst kam über Nacht und färbt die Blätter. Littla A. ist begeistert und nimmt uns jeden Tag auf lange Spaziergänge mit. Sie hat keine Lust, drinnen zu bleiben, wenn draußen so aufregendes passiert.

Montag, 30. September 2013

jatilan - in der desa (ländliche Gegend) wisata penting sari

Meine Lieben,

am Samstag Abend wurde ich von Freunden gefragt, ob ich am nächsten Tag nicht mit aufs Land fahren will, da Mas L an einer Veranstaltung Namens Jatilan in seinem Nachbardorf teilnimmt. (Mas ist die Höflichkeitsform für junge Männer auf Java und wird auch verwendet um Männer anzusprechen, deren Namen man nicht kennt wie im Restaurant, im Geschäft etc.).
Ohne zu wissen, was mich erwartet habe ich spontan zugesagt. So sagten sie mir, dass sie mich um 6 Uhr zu Hause abholen. Wir fahren mit dem Roller - Mbak D mit Mas L und ich mit Mas B. Mbak D ist nämlich nicht ganz davon überzeugt, dass die Vespa die Steigung des Berges schafft. Ich persönlich glaube ja nicht, dass sie Recht hat - und die Männer übrigens auch nicht ;). (Mbak ist die Höflichkeitsform für junge Damen).


harimau (Tiger)

Um 5:30 Uhr bin ich also aufgestanden und habe mich fertig gemacht und gewartet. Es hat dann doch bis 8 Uhr gedauert, bis sie gekommen sind. Wie sich herausgestellt hat, sind sie mit den Vorbereitungen um 5 Uhr erst fertig geworden. Sie haben die Tage vorher und eben auch die Nacht über Masken aus Holz und auch diesen Tiger (s. Bild links) hergestestellt. Mas B. wollte nur kurz zu Hause duschen und ist eingeschlafen ;)




So habe ich die Zeit am frühen Morgen genutzt und ein paar Fotos für Euch gemacht. Schließlich saß ich doch eine ganze Weile auf der Bank vor dem Haus.

Frontalblick von der Bank
Blick nach rechts

Hinter der blauen Tür verbirgt sich die Küche und der Waschraum.

Als sie dann kamen sind wir über zwei Stunden Richtung Süd-Osten gefahren. Durch Wonosari hindurch und letztendlich in Ngampel, Sidorejo, Ponjong, Gunung Kidul gelandet. Zwischen Wonosari und dem Zielort sind wir kurz stehen geblieben. Mbak D hat etwas am Straßenrand gekauft. Wie sich später herausstellte, kaufte sie belalang (Heuschrecken).

belalang (Heuschrecken)
Während meiner zahlreichen Urlaube mit meiner Familie habe ich noch nie gesehen, dass man belalang in Indonesien kaufen kann und isst. Ich habe es mir tatsächlich nicht nehmen lassen und auch probiert. Fritierte belalang haben kaum Eigengeschmack, sie sind so crispy wie fritierte Krabbenschwänze nur ohne Fischgeschmack. Von den Indonesier/innen bin ich gefragt worden, ob ich keine Allergie habe. Freunde aus Yogyakarta meinten sie hätten noch nie belalang gegessen und fragten, wo ich sie gegessen hätte. Die Gegend von Wonosari scheint für belalang bekannt zu sein. Wenn ihr also einmal Heuschrecken probieren wollt, so müsst ihr nach Wonosari fahren.

Im Dorf angekommen, gab es erst einmal Frühstück: Suppe, Reis, Krupuk etc. Es war schon alles für die Veranstaltung aufgebaut. Ein großer Platz mit einem eingezäunten Bereich, dahinter ein Gamelanorchester und ein abgesperrter Bereich mit Sichtschutz, viele Fahnen und kleine Stände, die Eis, Getränke und Snacks verkauften. Es wirkte so, als ob die DarstellerInnen nur noch auf uns gewartet haben. Mit Freude haben Ls Freunde die Masken ausgepackt.


Nach dem Frühstück sind wir in den abgesperrten Bereich gegangen, in dem die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Was ich mir unter Jatilan vorstellen muss, wusste ich zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht. Es sah auf jeden Fall nach einem Tanz aus.
Obwohl noch nicht so viele Zuschauer da waren, fing die Veranstaltung auch schon an. Die Männer gingen raus und tanzten den Tari Kuda (tari = der Tanz, kuda = das Pferd).

So sieht es hinter der Bühne aus
tari kuda

Es handelt sich um einen sehr langen Tanz. Der v.a. die Feinmuskulatur beansprucht.
Nach ca. 20 Minuten begaben sich alle Tänzer in die Mitte und was passierte da ... Die Tänzer fielen schlagartig nach außen und wirkten wie ausgetauscht - als wären sie nicht sie selbst.

Später habe ich erfahren, dass Jatilan ein Brauch ist. In regelmäßigen Abständen holt man eine Jatilan-Gruppe ins Dorf, um die Geister zu besänftigen und ihnen die Möglichkeit zu geben in einen Menschenkörper zu schlüpfen, zu essen und zu trinken. Es ist schwierig für mich das Ganze in Worte zu fassen. Die TänzerInnen waren wie ausgetauscht, haben Blumen, Bananen mit ganzer Schale gegessen und Wasser aus einem Kübel getrunken. Am Nachmittag war der Platz voll mit Zuschauern und selbst von den Zuschauern sind vier in dieses Muster verfallen, sie hatten Zuckungen, haben Geschrien etc. Diana hat immer von 'trans' gesprochen.

tari kuda
tari kuda
 

 

Nach der Veranstaltung sind wir noch zu Ls Großeltern gefahren. Selbst seine Urgroßmutter lebt noch und ist schon 103 Jahre alt. Vor dem Haus steht ein kleiner offener Stall. Sie haben drei Ziegen, zwei Kühe und gerade auch ein Kalb. Als wir abends um 22 Uhr aufgebrochen sind - alle waren hundemüde und wir hatten noch die lange Fahrt vor uns - dachte ich, ich sehe nicht richtig. Der Stall mit den Kühen sah aus wie das Bild aus der Weihnachtsgeschichte. Ich habe versucht es zu fotografieren. Leider ist es nichts geworden.

ein Kalb in Indonesien