Montag, 30. September 2013

jatilan - in der desa (ländliche Gegend) wisata penting sari

Meine Lieben,

am Samstag Abend wurde ich von Freunden gefragt, ob ich am nächsten Tag nicht mit aufs Land fahren will, da Mas L an einer Veranstaltung Namens Jatilan in seinem Nachbardorf teilnimmt. (Mas ist die Höflichkeitsform für junge Männer auf Java und wird auch verwendet um Männer anzusprechen, deren Namen man nicht kennt wie im Restaurant, im Geschäft etc.).
Ohne zu wissen, was mich erwartet habe ich spontan zugesagt. So sagten sie mir, dass sie mich um 6 Uhr zu Hause abholen. Wir fahren mit dem Roller - Mbak D mit Mas L und ich mit Mas B. Mbak D ist nämlich nicht ganz davon überzeugt, dass die Vespa die Steigung des Berges schafft. Ich persönlich glaube ja nicht, dass sie Recht hat - und die Männer übrigens auch nicht ;). (Mbak ist die Höflichkeitsform für junge Damen).


harimau (Tiger)

Um 5:30 Uhr bin ich also aufgestanden und habe mich fertig gemacht und gewartet. Es hat dann doch bis 8 Uhr gedauert, bis sie gekommen sind. Wie sich herausgestellt hat, sind sie mit den Vorbereitungen um 5 Uhr erst fertig geworden. Sie haben die Tage vorher und eben auch die Nacht über Masken aus Holz und auch diesen Tiger (s. Bild links) hergestestellt. Mas B. wollte nur kurz zu Hause duschen und ist eingeschlafen ;)




So habe ich die Zeit am frühen Morgen genutzt und ein paar Fotos für Euch gemacht. Schließlich saß ich doch eine ganze Weile auf der Bank vor dem Haus.

Frontalblick von der Bank
Blick nach rechts

Hinter der blauen Tür verbirgt sich die Küche und der Waschraum.

Als sie dann kamen sind wir über zwei Stunden Richtung Süd-Osten gefahren. Durch Wonosari hindurch und letztendlich in Ngampel, Sidorejo, Ponjong, Gunung Kidul gelandet. Zwischen Wonosari und dem Zielort sind wir kurz stehen geblieben. Mbak D hat etwas am Straßenrand gekauft. Wie sich später herausstellte, kaufte sie belalang (Heuschrecken).

belalang (Heuschrecken)
Während meiner zahlreichen Urlaube mit meiner Familie habe ich noch nie gesehen, dass man belalang in Indonesien kaufen kann und isst. Ich habe es mir tatsächlich nicht nehmen lassen und auch probiert. Fritierte belalang haben kaum Eigengeschmack, sie sind so crispy wie fritierte Krabbenschwänze nur ohne Fischgeschmack. Von den Indonesier/innen bin ich gefragt worden, ob ich keine Allergie habe. Freunde aus Yogyakarta meinten sie hätten noch nie belalang gegessen und fragten, wo ich sie gegessen hätte. Die Gegend von Wonosari scheint für belalang bekannt zu sein. Wenn ihr also einmal Heuschrecken probieren wollt, so müsst ihr nach Wonosari fahren.

Im Dorf angekommen, gab es erst einmal Frühstück: Suppe, Reis, Krupuk etc. Es war schon alles für die Veranstaltung aufgebaut. Ein großer Platz mit einem eingezäunten Bereich, dahinter ein Gamelanorchester und ein abgesperrter Bereich mit Sichtschutz, viele Fahnen und kleine Stände, die Eis, Getränke und Snacks verkauften. Es wirkte so, als ob die DarstellerInnen nur noch auf uns gewartet haben. Mit Freude haben Ls Freunde die Masken ausgepackt.


Nach dem Frühstück sind wir in den abgesperrten Bereich gegangen, in dem die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Was ich mir unter Jatilan vorstellen muss, wusste ich zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht. Es sah auf jeden Fall nach einem Tanz aus.
Obwohl noch nicht so viele Zuschauer da waren, fing die Veranstaltung auch schon an. Die Männer gingen raus und tanzten den Tari Kuda (tari = der Tanz, kuda = das Pferd).

So sieht es hinter der Bühne aus
tari kuda

Es handelt sich um einen sehr langen Tanz. Der v.a. die Feinmuskulatur beansprucht.
Nach ca. 20 Minuten begaben sich alle Tänzer in die Mitte und was passierte da ... Die Tänzer fielen schlagartig nach außen und wirkten wie ausgetauscht - als wären sie nicht sie selbst.

Später habe ich erfahren, dass Jatilan ein Brauch ist. In regelmäßigen Abständen holt man eine Jatilan-Gruppe ins Dorf, um die Geister zu besänftigen und ihnen die Möglichkeit zu geben in einen Menschenkörper zu schlüpfen, zu essen und zu trinken. Es ist schwierig für mich das Ganze in Worte zu fassen. Die TänzerInnen waren wie ausgetauscht, haben Blumen, Bananen mit ganzer Schale gegessen und Wasser aus einem Kübel getrunken. Am Nachmittag war der Platz voll mit Zuschauern und selbst von den Zuschauern sind vier in dieses Muster verfallen, sie hatten Zuckungen, haben Geschrien etc. Diana hat immer von 'trans' gesprochen.

tari kuda
tari kuda
 

video 

Nach der Veranstaltung sind wir noch zu Ls Großeltern gefahren. Selbst seine Urgroßmutter lebt noch und ist schon 103 Jahre alt. Vor dem Haus steht ein kleiner offener Stall. Sie haben drei Ziegen, zwei Kühe und gerade auch ein Kalb. Als wir abends um 22 Uhr aufgebrochen sind - alle waren hundemüde und wir hatten noch die lange Fahrt vor uns - dachte ich, ich sehe nicht richtig. Der Stall mit den Kühen sah aus wie das Bild aus der Weihnachtsgeschichte. Ich habe versucht es zu fotografieren. Leider ist es nichts geworden.

ein Kalb in Indonesien

Samstag, 28. September 2013

MAKRAB in Kaliurang


Kaliurang

Meine Lieben,

wir wurden vom 'Bund der Deutsch-Studenten' der  'Jurusan Pendidikan Bahasa Jerman' der 'Fakultas Bahasa dan Seni' der 'Universitas Negeri Yogyakarta' (UNY) zum MAKRAB eingeladen.

Kaliurang
Kaliurang
Was ist der 'Bund der Deutsch-Studenten'?
Ich würde sagen eine Art Fachschaftsrat.

Und was ist MAKRAB?
Der Bund der Deutsch-Studenten ist mit den Erstsemestlern von Donnerstag bis Samstag (27. - 28.9.) nach Kaliurang - in die Nähe des Vulkans Merapi - gefahren. Sie haben dort übernachtet und Spiele gespielt wie eine Art Schnitzeljagd (hier auch Outbound genannt). Es ist also eine Art Kennenlernwochenende außerhalb der Uni wie es i.d.R. auch der Fachschaftsrat des Herder-Instituts organisiert.


Uns haben die Studierenden gebeten ein paar Spiele vorzubereiten. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt. Wir haben mit Pantomime angefangen, gefolgt von Swish-Boing-Pow (Sprechwissenschaft lässt grüßen ;) und unseren Spielepart mit dem Spiel Toaster - oder auch Kängurukotzen genannt - beendet. Am Besten ist wirklich das Toaster-Spiel angekommen. Allerdings macht Swish-Boing-Pow auch keinen Sinn mit einer Gruppe von 75 Personen auf engem Raum. Aber es war auch verständlich, dass die Studierenden sich nicht in der Mittagshitze in die pralle Sonne stellen wollten.

MAKRAB: Toaster


Solltet ihr einmal ein Auflockerungsspiel für eine größere Gruppe benötigen - das Toaster-Spiel kommt immer gut an. Sowohl mit jüngeren als auch älteren Personen. Es funkioniert so:
Die Gruppe bildet einen Kreis. Eine Person steht in der Mitte und zeigt auf eine Person im Kreis und sagt z.B. Toaster. Dann muss diese Person das springende Toast darstellen und die Personen links und rechts von ihr den Toaster (s. linkes Bild). Weitere Bilder wären Waschmaschine, Mixer, kotzendes Känguru, Palme, etc. Wenn eine Person des 3-er-Bildes einen Fehler macht, so muss sie in die Mitte.

Morgen fahre ich spontan mit Freunden aufs Land. Ich werde um 6 Uhr mit dem Roller abgeholt - ich bin gespannt und werde berichten ...

Liebste Grüße
issali


Sonntag, 22. September 2013

Vespa gegen Bus - die Unabhängigkeit lässt grüßen

Meine Lieben,
endlich, die Vespa meiner Schwester ist da. Sie wurde erstmal von der Familie meines Schwagers wieder fit gemacht. * DANKE * DANKE * DANKE *
Sie wird in diesem Jahr mein treuer Begleiter werden.

Vespa Jahrgang 1980
  
In dieser Woche bin ich mit B (Video 1 * Video 2) ein wenig durch die Gegend gefahren, habe Freunde in Magelang besucht und war in Kaliurang. Eigentlich wollte ich diese Woche ein paar Unterrichtseinheiten anderer Lehrkräfte übernehmen. Nachdem ich am Montag jedoch erkältet den Unterrichts-Marathon von 7-15 Uhr durchgezogen habe, hatte ich am Dienstag keine Stimme mehr und bin entsprechend zu Hause geblieben. Jetzt am Sonntag kommt sie dank Jamu (traditionelle indonesische Medizin) langsam wieder und so hoffe ich, dass ich morgen zum Unterrichten wieder fit bin.

Heute hieß es dann zum ersten Mal sich für eine längere Strecke allein auf die Vespa zu schwingen, damit Morgen in der Früh um 5:30 Uhr auch alles gut geht. So habe ich entschieden einen altbekannten Ort zu besuchen:
Madukismo - home sweet home

Mittwoch, 11. September 2013

Erstmal Bus - Transjogja

Meine Lieben,
nun bin ich schon seit drei Wochen in Yogyakarta. Bisher habe ich die Stadt mit dem Busway TransJogja erkundet.

http://yogyakarta.panduanwisata.com/transportasi/bus-trans-jogja-transportasi-kota-yang-nyaman/

Dabei war es unübersehbar, dass Roller fahren eindeutig zu den bequemeren Lösungen gehört. So habe ich letzte Woche zwei Stunden mit dem Bus von der Uni nach Hause gebraucht - für eine Strecke, die mit dem Roller je nach Verkehr in 20-30 Minuten machbar ist. Zum Glück hat mich S (ebenfalls Sprechwissenschaftlerin und DAAD-Lektorin) bisher immer mit in die Uni genommen bzw. ist bereits extra früher mit mir in die Uni gefahren. - Die Vespa meiner Schwester wird derzeit noch fit gemacht.

Als nächstes will ich den Sprachunterricht an der Wisma Bahasa in Angriff nehmen und nach Möglichkeiten suchen, wenigesten die ein oder andere Sportart (Tennis, Ballett oder Schwimmen) weiterzumachen. Mal schauen, ob es klappt. Mit Vespa wird alles bestimmt einfacher.
Letzte Woche war ich bereits im Schwimmbad der UNY (Universitas Negeri Yogyakarta), das sich gleich neben unserer Fakultät befindet. Hierbei handelt es sich nicht wie in Deutschland üblich um ein Uni-Schwimmbad, sondern um ein öffentlich zugängliches, das der Uni gehört. Zu meinem Pech wird derzeit das 50m Becken renoviert und so übte ich bei meinem ersten Besuch eher das Slalomschwimmen. Im 25m Lehrbecken waren gefühlte 10 Kinder-Schwimmkurse. Aus Rücksicht zu den Nichtschwimmern habe ich dann doch relativ schnell aufgegeben ;)

Herzallerliebste Grüße aus Yogyakarta

Sonntag, 8. September 2013

still forgotten

Kaum angekommen musste ich trotz riesiger Packliste feststellen, dass ich tatsächlich Sachen vergessen habe. Aber gut - ich muss auch einräumen, dass eh nichts mehr Platz gehabt hätte. So habe ich die erlaubten 20 kg bereits mit 6 kg überschritten und war froh, dass das Handgepäck nicht gewogen wurde.
Packliste für Indonesien
Trotzdem würde ich auch gerne meine hellen Blusen tragen - freue mich entsprechend 100fach über baldige Besuche ;)

Dienstag, 3. September 2013

Ankunft in Yogyakarta (Indonesien)

Meine Lieben,

nach einem langen Flug und wenig Schlaf, bin ich in Yogyakarta am Samstag, 24. September angekommen.
Gleich am Sonntag konnte ich an der Informationsveranstaltung für die Eltern der Erstsemestler sowie Montag und Dienstag an einem Workshop für Mündliche Kommunikation teilnehmen. Das war wunderbar, da ich auf diese Weise bereits einige Dozent/innen kennenlernen konnte. Zeitgleich wurde ich mit dem mangelnden Inhalt meines Koffers konfrontiert. Bei der Informationsveranstaltung war Batik Pflicht und was hatte ich nicht mitgenommen? Eine Batikbluse. In Deutschland dachte ich noch, traditionelle Kleidung wie Batik, Sarong und Kebaya kaufe ich vor Ort bzw. lasse es schneidern.

Während des Workshops fiel plötzlich ein riesiger, gesunder Baum vor dem Universitätsgebäude um - wie eine Stecknadel im Wind. Zum Vorschein kam ein vertrockneter Wurzelballen. Zum Glück hat es nur einen Roller erwischt.
Nur für Euch holte ich wie eine Sensationstouristin die Kamera aus der Tasche - sonst glaubt ihr mir das ja nicht.

Nach einer Woche der Aklimiation hat am 2. September die Vorlesungszeit begonnen. Gleich am ersten Montag bestritt ich auch meinen ersten Vorlesungstag. Der Wecker klingelte um 5:30 Uhr und um 6:25 Uhr ging es mit dem Roller in die UNY (Universitas Negeri Yogyakarta). Montag ist mein Marathon-Tag. Ich unterrichte durchgehend von 7:00 bis 15:00 Uhr und bin froh, wenn die Mittagspause von 12:40 bis 13:20 Uhr für ein kurzes Mittagessen reicht und ich wieder etwas Energie tanken kann. Das Lehrwerk studio d vom Cornelsen-Verlag wird mein neuer Freund.

Gibt es etwas, was Euch bezüglich     Indonesien - Yogyakarta - dem Leben hier     besonders interessiert? Habt ihr etwas gehört und ihr fragt Euch - Stimmt das? Dann nutzt die Möglichkeit zu kommentieren, Fragen zu stellen und ich versuche auf Eure Interessen einzugehen.

Auf bald
Eure issali lisa